Deponiesickerwässer – Normativer und technischer Hintergrund
Entstehung und rechtlicher Rahmen
Deponiesickerwässer entstehen durch das Eindringen von Niederschlags- und Oberflächenwasser, durch die Eigenfeuchte der abgelagerten Abfälle sowie durch möglichen Grundwasserzutritt infolge unzureichender Abdichtungssysteme. Gemäß den Vorgaben des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) sind schädliche Veränderungen von Oberflächengewässern und Grundwasser zu vermeiden. Das unbehandelte Einleiten von Deponiesickerwässern ist daher unzulässig und erfordert eine dem Stand der Technik entsprechende Behandlung.
Zusammensetzung und Einleitungsanforderungen
Aufgrund der inhomogenen Zusammensetzung der abgelagerten Abfälle weisen Deponiesickerwässer stark schwankende Belastungen mit organischen Stoffen, Stickstoff- und Schwefelverbindungen, Chloriden, Sulfaten sowie schwer abbaubaren organischen Inhaltsstoffen auf. Die Zusammensetzung wird durch Abfallart, Deponiestandzeit und klimatische Einflüsse bestimmt.
Die Einleitung behandelter Sickerwässer unterliegt den Anforderungen der Abwasserverordnung (AbwV). Abhängig vom Einleitpfad ist entweder eine Übergabe an kommunale Kläranlagen oder eine Direkteinleitung gemäß AbwV, insbesondere Anhang 51, zulässig. Hierfür sind definierte Grenzwerte für organische Belastung, Salzgehalt und weitere Parameter einzuhalten.
Verfahrenstechnische Aufbereitung gemäß Stand der Technik
Umkehrosmose zur Einhaltung der AbwV
C-nox setzt zur normkonformen Behandlung von Deponiesickerwässern leistungsfähige Umkehrosmoseverfahren ein. Die Umkehrosmose gilt als Stand der Technik zur weitgehenden Abtrennung gelöster anorganischer und organischer Inhaltsstoffe. Durch den Betrieb oberhalb des osmotischen Drucks werden Salze, Ionen und organische Schadstoffe zuverlässig zurückgehalten.
Das Verfahren erzeugt zwei definierte Stoffströme:
- Permeat mit Einleitqualität gemäß AbwV (Anhang 51)
- Konzentrat mit erhöhter Schadstofffracht zur Rückführung, Entsorgung oder externen Weiterbehandlung
Typische Permeatausbeuten liegen bei etwa 70 %, wodurch eine deutliche Volumenreduzierung des zu entsorgenden Konzentrats erreicht wird.
Anlagentechnik von C-nox
Die Auslegung der Umkehrosmoseanlagen erfolgt anwendungsspezifisch unter Berücksichtigung der Salzfracht und Zusammensetzung des Rohwassers. Bei der Behandlung von Deponiesickerwässern sind Betriebsdrücke von bis zu 60 bar oder höher erforderlich. Die Anlagen sind für den kontinuierlichen Dauerbetrieb (24/7, 365 Tage) ausgelegt und erfüllen die Anforderungen an Betriebssicherheit und Verfügbarkeit gemäß dem Stand der Technik.
Zur Sicherstellung eines regelkonformen Betriebs werden automatische Überwachungs- und Sicherheitseinrichtungen eingesetzt. Wartung, Membranreinigung und Membrantausch erfolgen in definierten Intervallen, unterstützt durch abgestimmte Service- und Bereitschaftskonzepte.
Deionisierung und weitergehende Wasseraufbereitung
Zur weiteren Reduzierung der Leitfähigkeit kann das Permeat aus der Umkehrosmose einer Deionisierung zugeführt werden. Deionisiertes bzw. vollentsalztes Wasser wird in technischen Anwendungen eingesetzt, bei denen definierte Wasserqualitäten erforderlich sind, unter anderem für Prozess-, Wasch- und Kesselspeisewasser. Mehrstufige Umkehrosmosekonzepte ermöglichen Salzrückhalteraten von bis zu 99,9 % und erfüllen damit auch erhöhte Anforderungen an Wasserreinheit.
Wasserenthärtung
Zur Vermeidung von Ablagerungen und Funktionsbeeinträchtigungen technischer Anlagen erfolgt bei Bedarf die gezielte Entfernung der Erdalkali-Kationen Calcium und Magnesium. Osmosewasser kann – gegebenenfalls mit nachgeschalteter Feinaufbereitung – die erforderlichen Qualitätsanforderungen für eine Vielzahl industrieller Anwendungen erfüllen und trägt zur Betriebssicherheit und Lebensdauer der Anlagentechnik bei.
Retrofitting bestehender Anlagen
C-nox bietet die normkonforme Modernisierung bestehender Aufbereitungsanlagen im Sinne des Standes der Technik an. Retrofitting-Maßnahmen dienen der Anpassung an aktuelle Anforderungen aus WHG, AbwV sowie genehmigungsrechtlichen Auflagen und ermöglichen die Verbesserung von Emissions- und Einleitwerten, Energieeffizienz und Betriebssicherheit. Der Umfang reicht von der Erneuerung einzelner Komponenten bis zur vollständigen verfahrenstechnischen Optimierung bestehender Systeme.
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